Einige Daten aus der Geschichte.

Um 800 etwa könnte im nahe gelegenen Waldstück „Löh“ eine Eiche aufgewachsen sein, die 1809 stürzte: die „hillige Eeke.“ Dieses tausendjährige Naturdenkmal gilt als ältester Kult- und Gerichtsplatz Blumenthals. Die ersten Christen der Gegend sollen sich an der ehemals heidnischen Weihestätte zum Gottesdienst versammelt haben.
Als Bremen 1523 lutherisch wurde, stand vielleicht schon eine Kapelle in Blumenthal, die zwei adlige Damen aus der Ritterburg Blomendal gestiftet haben. Die erste kleine Pfarrkirche mit Glockenstuhl wurde wohl nach der Reformation errichtet und mit einem lutherischen Prediger besetzt. Ein paar Jahrzehnte später (1568 bis 1580) setzte Christoph Pezel in Bremen das reformierte Bekenntnis durch, das auch für Blumenthal gültig wurde. 1584 wurde die Renaissance – Kanzel eingebaut und blieb bis zur Erweiterung der Kirche 1662 in Gebrauch. Der bisherige Glockenstuhl wurde 1604 durch den „Alten Turm“ ersetzt. Die wachsende Einwohnerzahl sorgte dafür, dass 1732 die bereits zweimal vergrößerte Kirche abgerissen wurde und durch einen größeren Bau ersetzt wurde. Der Turm blieb erhalten.

Die Büste des Reeders Ch.H.Wätjen

1741 ging das Amt Blumenthal von Bremen an das vorwiegend lutherische Kurfürstentum Hannover über, das in Personalunion mit England regiert wurde. Die Gemeinde zählte mit Lehe, Ringstedt, Holßel und Neuenkirchen zu den „5 Reformierten an der Unterweser“. Die heutige Kirche und das Pfarrhaus wurden 1879 erbaut, weil Blumenthal durch die Industrialisierung rasch wuchs. Der Architekt Johannes Vollmer (1845-1920) entwarf und leitete den Bau. Sie ist der erste Sakralbau seiner erfolgreichen Laufbahn als Kirchenarchitekt. Er wählte den neugotischen Stil, der zu dieser Zeit im evangelischen Kirchenbau vorherrschte.

Der Reeder Ch. H. Wätjen stellte die Bausumme von 200.000 Goldmark zur Verfügung. Zwei Jahre hatte der Kirchenrat sich gegen das Angebot gewehrt, bis eine Gruppe von Gemeindegliedern ihn zur Annahme drängte.
1959 wurde die Reformierte Gemeinde Blumenthal wieder in die Bremische Evangelische Kirche eingegliedert, nachdem der Ort schon seit 20 Jahren ein Stadtteil von Bremen war. Der Bekenntnisstand der Gemeinde blieb erhalten. Mit der nahen lutherischen Gemeinde pflegt sie heute gute Nachbarschaft.