Wie wir Altes bewahren . . .

so wollen wir Neues gestalten. Unser Friedhof soll ein Ort der Ruhe, des Gedenkens und ebenso ein Ort des Lebens, des Bedenkens und der Erholung sein. Nehmen Sie sich Zeit, schauen Sie sich um. Entdecken Sie, wie sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hier zusammenfinden.

 

Apfelbaumpflanzung mit einer Kindergartengruppe

Ältere Gräber auf unserem Friedhof

Unser Friedhof vom Kirchturm aus gesehen

 


Kapitän Dallmann

Eduard Dallmann, geb. am 11.03.1830 in Blumenthal, ging mit 15 Jahren zur See, sammelte Erfahrungen auf Walfang-und Frachtschiffen und fuhr bereits 1859 als Kapitän zum Walfang in den Pazifik.

dallmann

1873 fuhr er im Auftrag der Deutschen Polar-Schifffahrtsgesellschaft mit dem 1872 in Geestemünde gebauten Dampfsegelschiff “Grönland” zum Walfang bis an den Rand der antarktischen Polarregion. Auf dieser Reise wurden eine Fülle geographischer Entdeckungen gemacht und Kapitän Dallmann erwies sich als herausragender Navigator. Von 1877 bis 1884 versuchte Eduard Dallmann, finanziert von dem Bremer Kaufmann Ludwig Knoop, Waren nach Sibirien zu verschiffen und von dort insbesondere Getreide mitzubringen. Da aufgrund der Eisverhältnisse von sieben Versuchen jedoch nur vier erfolgreich waren, wurden die Fahrten eingestellt. Von 1884 bis zwei Jahre vor seinem Tod erforschte er im Dienst der Neu-Guinea-Compagnie die Küsten Neu-Guineas. Kapitän Dallmann, der nie ein Schiff und nie einen Mann verlor, starb am 23.12.1896 in Blumenthal.


Tami Oelfken

tami_oelfkenMarie Wilhelmine Oelfken, von Kindern Tante Mieze oder kurz Tami genannt, wurde am 25.06.1888 in Blumenthal geboren. Tami wurde Lehrerin und bekam eine Stelle in Grohn. Wegen ihrer reformpädagogischen Neuerungen wurde sie nach Tarmstedt versetzt. Dort kam sie mit dem Barkenhoff und Heinrich Vogeler in Kontakt. Sie war Lehrerin in Berlin und in Hellerau bei Dresden. 1928 gründete sie die Tami-Oelfken-Gemeinschaftsschule, die 1934 von den Nazis geschlossen wurde. 1940 erschien ihr Roman „Tine“, der sofort wegen einer zu freundlichen Darstellung polnischer Arbeiter wieder verboten wurde und 1947 sowie 1988 unter dem Titel „Maddo Clüver“ neu erschien. Darin schildert sie die Veränderungen in Blumenthal durch die Industrialisierung. Schon damals wies sie auf die Schädigung der Fische durch die Abwässer der Bremer Wollkämmerei hin. Weiter erschienen von ihr unter anderem „Die Sonnenuhr“ und das „Logbuch“ mit Erinnerungen von 1939 bis 1945. Aus der Novelle „Stine von Löh“ entstand ein Fernsehfilm, der vom ZDF gesendet wurde. Die Wirren des Krieges brachten Tami Oelfken nach Überlingen an den Bodensee, wo sie am 07.04.1957 starb. Ihre Urne wurde auf unserem Friedhof beigesetzt, ohne dass die Blumenthaler davon Kenntnis nahmen.


Ferdinand Ullrich

ullrichGeboren wurde Ferdinand Ullrich am 27.12.1853 in Werdau in Sachsen als Sohn eines Wollhändlers und Tuchfabrikanten. 1883 wurde er Fabrikdirektor in seiner Heimatstadt und 1884 erster kaufmännischer Direktor der Bremer Woll-Kämmerei (BWK). 1884 begann die BWK die Produktion mit 150 Arbeitern, 1885 waren es bereits 400 und 1910 schon 3100. Parallel entwickelten sich Handwerk und Einzelhandel und die Gemeinde konnte die Infrastruktur wesentlich verbessern. Ullrich galt im Blumenthaler Gemeinderat als der größte einzelne Steuerzahler. Nach dem Ausscheiden des technischen Direktors Paul Zschörner im Jahre 1903 wurde Ullrich Generaldirektor. Er starb am 25.01.1915. Unter seinen Lebensdaten steht auf seinem Grabstein Offenb. Joh. 14,13. Dort heißt es: “Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Schreibe: Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben! Ja, spricht der Geist, damit sie ruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach.”


Landrat Berthold

bertholdErnst Hugo Paul Berthold wurde am 30.06.1855 in Berlin geboren und wuchs in Magdeburg und Hannover auf. Er studierte Jura und Volkswirtschaft in Heidelberg und Göttingen, ging dann in die preußische Verwaltung und kam 1884 nach Blumenthal, das damals zu Preußen gehörte. 1885 wurde er der erste Landrat des Kreises Blumenthal. Das Landratsamt befand sich im Haus Blomendal. Mit der schnellen Entwicklung der Bremer Woll-Kämmerei wuchs auch die Bevölkerung Blumenthals von 3501 im Jahre 1885 auf 9314 im Jahre 1905. Immer dringender wurde es, neue Wohnmöglichkeiten zu schaffen. Paul Berthold gründete den Spar-und Bauverein, eine Arbeiter-Baugenossenschaft und wurde auch Vorsitzender des Verbandes der Baugenossenschaften Deutschlands. Es wurde viel Bauland benötigt. Paul Berthold sorgte aber dafür, dass der Blumenthaler Löh, ein Waldgebiet von 27 Hektar, erhalten blieb. Landrat Berthold gründete das Kreiskrankenhaus Blumenthal, das 1908 gebaut wurde, ebenso wie 1908/09 das Blumenthaler Rathaus. Paul Berthold starb am 29.08.1917.


Familie Ständer

staenderHeinrich Ständer, geboren am 19.02.1865, kam aus dem Eichsfeld und hatte Kellner gelernt. Auf seiner Wanderschaft nach Blumenthal arbeitete er zunächst in der Wollkämmerei. Im Jahre 1900 wurde er Kellner im „Blumenthaler Krug“, der für 180 Jahre die Hofstelle im Besitz der Familie Gloistein war. 1902 verkaufte Lüder Gloistein den gesamten Besitz, mit dem auch eine Poststelle verbunden war, an Heinrich Ständer. Hier taucht zum ersten Mal sein Name auf, nach dem seit 1905 der Blumenthaler Ständerplatz über Jahrzehnte genannt wurde. Der Neubau des Gasthauses 1907 beschäftigte die Öffentlichkeit und die Behörden. Der Bürgermeister erhob Einspruch, das Haus ragte zu weit in die Lüssumer Straße. Der vordere Teil des Hauses musste wieder abgerissen werden. Dem geplanten Ausbau von Erkern widersprach Landrat Berthold. 1981 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt, 1999 brannte es aus und wurde dann abgerissen. Nach dem Tod von Heinrich Ständer 1926 führte sein Sohn Heinrich den Betrieb bis zu seinem Tod 1937 weiter. Dann gehörte das Haus dessen Bruder Dr. Karl Ständer, dem Hausarzt vieler Blumenthaler. Dr. Karl Ständer starb 1955.

 


Wenn Sie noch mehr Wissenswertes über Blumenthaler Bürger und Spannendes über die Geschichte des Ortes erfahren möchten, laden wir Sie zu öffentlichen Führungen auf unserem Friedhof ein. Gerne organisieren wir auch Führungen für Gruppen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf! Einen Flyer über die historischen Gräber unseres Friedhofs können Sie auch hier einsehen.