Kleines TAUF-Abc

Adoption

Bei Markus heißt es Kapitel 1, Vers 11-13 „Und alsbald, als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist Gottes wie ein Taube hinabkam auf ihn. Und da sprach eine Stimme vom Himmel: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“
Dreierlei widerfährt Jesus: der offene Himmel, der Geist, die Stimme. Der Himmel ist Gottes Wohnung. Von Gott heißt es, dass er im Himmel thront und dass der Himmel und aller Himmel ihn nicht zu fassen vermögen. In einem Licht wohnt er, da niemand hinzukommen kann – doch nun „Tut sich der Himmel auf“, der Zugang zu Gott ist frei. Jesus kann eintreten in Gottes Reich und Wohnung.
Der Geist Gottes schwebt herab, nimmt Platz in ihm. Nun ist es nicht mehr der Geist des Menschen Jesu von Nazareth, der in ihm denkt, der aus ihm spricht, der durch ihn handelt. Von nun an wird er Gottes Gedanken denken, Gottes Worte sprechen, Gottes Taten tun.
Die Stimme im Himmel, Gottes eigene Stimme, spricht ihm die Sohnschaft zu: „Du bist mein lieber Sohn.“
Markus, der erste und älteste der vier Evangelisten, der keinen Bericht von der Geburt Jesu Christi kennt, lässt es in diesen wenigen Sätzen geschehen: Aus Jesus von Nazareth, dem ganzen Menschen, wird durch Gottes Wort und Tun in der Taufe Jesus Christus, der Sohn Gottes. Seither gilt es für uns Menschen nach dem Gebot Jesu:
Durch die Taufe werden wir zu seinen Jüngern und zu Gottes Kindern gemacht, neue Menschen, neu geboren durch das Wasser und den heiligen Geist.
Und noch ein großes Geschenk steckt in dieser Bedeutung der Taufe: Indem wir Gottes Kinder werden, bekommen wir in dieser Welt eine ganze Reihe neuer Geschwister. Die Taufe gliedert uns in die Gemeinschaft der Menschen ein, die auch zu Jesus Christus gehören – und genau diese Gemeinschaft bezeichnet das Wort „Kirche“ im Neuen Testament.

 

Anmeldung

Die Anmeldung zur Taufe sollten Sie möglichst frühzeitig bei unserem Gemeindebüro (Landrat-Christians-Straße 78, Telefon 51 70 27 27) oder via eMail vornehmen. Dann kann der genaue Termin für ein Taufgespräch rechtzeitig abgesprochen werden.

Geburtsurkunde

Vor der Taufe eines Kindes ist in der Regel bei der Anmeldung eine Geburtsurkunde vorzulegen. Am besten nehmen Sie zur Anmeldung einer Taufe das ganze Stammbuch mit, damit gegebenenfalls auch die anderen notwendigen Urkunden (Taufe, Konfirmation, Trauung der Eltern) zur Hand sind.

Kinderevangelium

Der Bericht des Evangelisten Markus, in dem Jesus die Kinder zu sich ruft, sie segnet und ihnen das Reich Gottes verheißt. Dieses Kinderevangelium ist Lesungstext bei der Tauffeier.

„Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an.
Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.“ (Markus 10,13-16)

Kirchenmitgliedschaft

Die Taufe hat auch eine rechtliche Folge. Da nach dem christlichen Glaubensbekenntnis unser Glaube immer der Gemeinschaft mit anderen Christen bedarf – das Glaubensbekenntnis spricht von der „Gemeinschaft der Heiligen“, die Gott selbst durch sein Wort und unseren Glauben schafft – bedeutet die Taufe auch die Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche und einer konkreten Ortsgemeinde. Sollte ein Getaufter die Gemeinschaft der Kirche verlassen, so bleibt die Taufe dennoch gültig, denn die Taufe ist ja Gottes Angebot und Geschenk – das können wir Menschen auch durch unser falsches Tun oder Lassen nicht ungültig oder unwirksam machen. Wir können es höchstens vergessen, verachten, ablehnen, unbenutzt lassen.
Über die konkrete Kirchenmitgliedschaft hinaus bekommen wir durch die Taufe aber auch Anteil am Leibe Christi und seiner weltweiten ökumenischen Gemeinschaft. Deshalb erkennen die meisten Kirchen die Taufe einer anderen Kirche auch an.
Voraussetzung für eine Kindertaufe in der Evangelisch – reformierten Kirchengemeinde Bremen – Blumenthal ist, dass wenigstens ein Elternteil der Kirche angehört und konfirmiert ist.

Konfirmation

Bei der Konfirmation spricht der Jugendliche, der als Kind getauft wurde und damals nicht selbst seinen Glauben bekennen konnte, sein eigenes Ja zur Taufe. Im Konfirmandenunterricht – der eine Art nachgeholter Taufunterricht ist – lernen die Konfirmanden die Bedeutung der Taufe und den Inhalt des christlichen Glaubens kennen. Danach können sie ihrerseits die Verantwortung für die christliche Erziehung eines Neu-Getauften übernehmen. Mit der Konfirmation wird das Patenrecht verliehen.

Namensgebung

Sie erfolgt auf dem Standesamt und nicht bei der Taufe. Andererseits hat die Taufe insofern etwas mit einer Namensgebung zu tun, als jeder Getaufte den Beinamen Gottes Kind und Christ bekommt, da wir ja in der Taufe Gott zum Vater und Jesus als unseren Bruder bekommen.

Pat/inn/en

Der Pate (Abkürzung für lateinisch „Pater spiritualis“ = „Geistlicher Vater“) übernimmt im Auftrag Gottes und seiner Kirche die Mitverantwortung für die christliche Erziehung des Kindes.
In der Evangelisch – reformierten Kirchengemeinde Bremen – Blumenthal muss der/die Pate/Patin Mitglied einer Kirche sein, das heißt er kann auch einer anderen Konfession angehören, darf aber nicht aus der Kirche ausgetreten sein. Um die Kirchenmitgliedschaft nachzuweisen sollte er in seinem zuständigen Pfarramt eine Patenbescheinigung erbitten.

Patenbescheinigung

In unserer Gemeinde müssen Paten, die aus einer anderen Gemeinde kommen, eine Patenbescheinigung vorlegen. Das ist die Bestätigung der Wohnsitzgemeinde, dass sie Mitglied einer Kirchengemeinde und im Besitz des Patenrechtes sind, das heißt, dass sie konfirmiert bzw. gefirmt sind und Pate werden können.

Reinigung

In vielen Religionen gibt es Riten, in denen sich Menschen – vor dem Betreten des Tempels oder der Moschee- reinigen. Auch die Juden kannten zur Zeit Jesu solche Waschungen. Alles, was schmutzig ist draußen in der Welt, soll vor der Türe bleiben, wenn der Mensch vor den Heiligen Gott tritt. Johannes der Täufer nimmt diesen Ritus auf, erweitert ihn aber: Johannes der Täufer war in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden (Markus 1,4). Johannes vollzieht die Taufe am Rande der Wüste am Ufer des Jordan. Wer zu ihm kommt, muss weit durch die Wüste Judäas gehen. Die Wüste gilt im Alten Testament als Ort der Gottferne. Außerdem wird der Wanderer in der Wüste staubig, schmutzig und durstig.
Nun steigt er mit Johannes ins Wasser des Jordan herab. Da wird all das abgewaschen, was an Staub und Schmutz sich angesammelt hat. Das Wasser erfrischt und gibt neues Leben. Johannes macht dadurch deutlich: Alles, was euch in eurem Leben von Gott getrennt hat, alles, Böse, Hässliche, Schlimme soll weggespült werden. Es gilt nicht mehr. Wir können neu anfangen mit Gott. Zu ihm können und sollen wir umkehren. Er will uns neues Leben geben. Was gewesen ist, gilt nicht mehr, schwimmt davon. Ein neuer, gestärkter, erquickter Mensch taucht aus Gottes Gabe des frischen Wassers auf.

Taufe

Die Taufe ist das Sakrament, das alle Christen miteinander verbindet. Mag es auch unterschiedliche Auslegungen zum Abendmahl geben, mag auch die Zahl der Sakramente unterschiedlich sein – die Taufe ist wirksames Zeichen der Zuwendung Gottes über die Grenzen von Konfessionen hinweg. Denn Jesus hat seinen Jüngern den Auftrag zur Taufe gegeben. (Siehe Taufbefehl Matthäus 28,16-20). Nach christlicher Vorstellung bekommen wir in der Taufe Gott als unseren Vater und Jesus zu unserem Bruder. Wir werden also praktisch von Gott in der Taufe adoptiert. Zudem drückt die Taufe aus, dass wir in den Tod Jesu mit hineingenommen werden, denn früher wurde der Täufling, wie in einigen Konfessionen noch heute, ganz unter Wasser getaucht, also in ein Element in dem wir nicht überleben können. (Vgl. Römer 6,3f) Aus dem Taufwasser gehoben, haben wir dann aber auch Anteil an dem neuen Leben Jesu, an seiner Auferstehung (vgl. Kolosser 2,12). Durch die reinigende Kraft des Wassers stehen wir vor Gott gereinigt da, als seine Kinder.

Taufbefehl
Die letzten Worte Jesu zu seinen Jüngern nach dem Bericht des Matthäus-Evangeliums (Matthäus 28,16-20). „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Dieser Taufbefehl ist Bestandteil der Taufliturgie.

Taufliturgie

Liturgie kommt aus dem griechischen und heißt eigentlich öffentlicher Dienst, meint heute aber eine amtlich festgelegte Abfolge des Gottesdienstes. Zur Taufliturgie gehören auf jeden Fall:
Der Taufbefehl, das Glaubensbekenntnis, die Taufhandlung durch den/die Pastor/in, der Taufspruch und der Taufsegen. Hinzu kommen in der Regel noch eine Taufansprache, ein Taufgebet, das Vater unser, sowie ein Fürbittengebet.
In dieser Taufliturgie gibt es auch vielfältige Möglichkeiten, sich selber mit seinen Gaben einzubringen. So können Eltern und Paten eine Lesung übernehmen, selber ein Taufgebet formulieren, dem Kind den Taufspruch zusprechen, der Gemeinde den Glauben persönlich zu bezeugen, oder auch zur musikalischen Gestaltung beizutragen.

Taufregister

Jede Gemeinde führt ein Register, in dem alle Taufen, die dort vollzogen werden, eingetragen sind. Sollte eine Taufurkunde verloren gehen, kann bei der Gemeinde, in der getauft wurde, ein Auszug aus dem Taufregister angefordert werden.

Taufsegen

Der Taufsegen heißt: Der Gott aller Gnade, der dich berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wolle dich vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen und durch den Glauben bewahren zum ewigen Leben. Amen.
Im Segen verspricht Gott selbst den Menschen, die zu ihm gehören, bei ihnen zu sein, sie zu schützen, zu bewahren, ihnen sein ewiges Leben zu schenken. Das heißt nicht, dass Gott uns alle Steine in unserem Leben aus dem Weg räumen wird, dass uns keine Not und kein Leid im Leben treffen werden. Das heißt aber sehr wohl, dass wir in unserem ganzen Leben aus der Kraft Gottes leben können, also auch in Not und Leid seine Kraft , Liebe und Stärke erfahren dürfen.

Taufspruch

Ein Spruch der Bibel, der dem Täufling bei der Taufe zugesprochen wird. Er soll den Neugetauften durch sein Leben als Christen begleiten. Achten Sie darauf, dass der Taufspruch auch auf der Taufurkunde vermerkt wird, damit er nicht in Vergessenheit gerät. Eine Hilfe zur Auswahl eines Taufspruchs finden sie auf weiteren Seiten (Taufsprüche aus dem Alten Testament und Taufsprüche aus dem Neuen Testament).

„Umtaufen“

Auch wenn man dieses Wort immer wieder hört: Ein „Umtaufen“ gibt es nicht, weil nach dem Bekenntnis aller christlichen Kirchen die Taufe eine einmalige Angelegenheit ist und Gott sein Taufgeschenk auch nur einmal macht.
Hinter den Berichten vom „Umtaufen“ steckt etwas anderes: Wenn begründeter Zweifel besteht, dass ein Mensch gültig getauft ist, so gibt es eine „Taufe mit Vorbehalt“. Diese Taufe wird vollzogen unter dem Vorbehalt, dass sie nur gültig ist, wenn eine andere Taufe nicht gültig vollzogen worden ist. Da der Taufvollzug in den Kirchen zum Teil unterschiedlich ist (Untertauchen im Wasser, Übergießen mit Wasser, Besprengen), kann bei Wechsel der Kirche oder Konfession als eine Ausnahme also eine solche „Taufe mit Vorbehalt“ erfolgen.

Wasser

Das Wasser ist das sichtbare Zeichen der Taufe, in dem Gott uns seine Gegenwart erfahren lassen will. Doch „Wasser allein tut’s freilich nicht“ (Luther), deshalb gehört zur Taufe auch das Wort der göttlichen Verheißung und unserer menschlicher Glaube, der die Verheißung annimmt.