8. November 2011
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7. November 2011

Es ist jetzt genau 10.33 Uhr Ortszeit - in zwölf Stunden wird der Flieger nach Brüssel (hoofentlich) planmäßig abheben - eben hatten wir ein kurzes erstes Auswertungsgespräch mit Hannes Menke, Pastor Daké (EEPT Lomé) - ich habe gesagt, dass ich mit zwei Koffern voll unterschiedlichster Eindrücke zurück reisen werde - es sind vor allem die Menschen, die mich beeindrucken, wie sie mit ihren Chancen nund Möglichkeiten hier umgehen. Madame Martin, die sich darum bemüht Frauen in den Dörfern zuz helfen ihre Lebenssituation zu verbessern - der junge Bauunternehmer Tchabou, der sehr engagiert seinen Weg verfolgt und interessiert ist neue Technologien kennen zu lernen … der Arzt in Farende, der mit bescheidensten Mitteln versucht zu helfen wo zu helfen ist … - ich erlebe Aufbruchstimmung und den Wunsch und Willen nach Veränderung - eine zeit geht zuende, die Nachwirkungen haben wird - den menschen hier wünsche ich, dass sie die Kraft udn die Chancen bekommen ihre Möglichkeiten in die Tat umsetzen zu können - und dass der Demokratiesierungsprozess im Land friedlich verläuft.

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6. November 2011

Einen Gottesdienst mit zu feiern, in dem ich (fast) kein Wort verstehe - auch eine interessante Erfahrung dieser Tage - bei dem heutigen in Lomé ähnelte bei einem Lied die Melodie unserem Tauflied - und da das auch gerade bei einer Taufe gesungen wurde habe ich leise den deutschen Text gesungen - andere Texte konnte ich in meiner mitgebrachten Bibel nachlesen, wann das Glaubensbekenntnis bzw. das UnserVater “dran” war hat Clement mir mit einem kleinen Hinweis verraten - es war heute der letzte Gottesdienst vor meiner Rückreise am Montag (22.30 Uhr Ortszeit) - dass ich die Länge der Gotetdsienste vermissen werde - der heutige dauerte mit Taufe und Abendmahl knapp 3 Stunden - kann ich nicht unbedingt behaupten - die Fröhlichkeit und Sangesfreudigkeit aber die hat mich in allen Gotetsiensten hier beeindruckt; auch dass junge und alte Menschen anzahlmäßig ungefähr gleichstark vertreten sind; die art und Weise wie die Kollekten eingesammelt werden - man geht tanzend nach vorne zum Abendmahlstisch um dort in einen Holzkasten seinen Beitrag zu legen - das alles sind Erfahrungen, bei denen ich überlege ob das ein oder andere ansteckend auch in Blumenthal sein könnte.
Da Togo ein Land mit einem sehr hohen Anteil an Muslimen ist beginnen hier heute mit dem ersten Tag des islamischen “Opferfestes” schlechte Zeiten für Schafe …
PS: Ob ich morgen noch was schreiben kann weiß ich nicht - werde aber auf jeden Fall noch mal bloggen - Danke schon mal für einige Reaktionen!

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5. November 2011

Fast wären so etwas wie Urlaubsgefühle aufgekommen - war heute Morgen mit Clement am Strand - das Haus der EEPT liegt nur ca. 150 m Luftline von der Küste des Golf de Guinee entfernt - warmes Wasser, feinkörniger Sand, schöne Wellen, das tiefblaue Meer vor einem, Kokospalmen im Rücken und der unendlich weite blaue Himmel … - eine Atmosphäre wie aus dem Touriprospekt - da könnte man sich vorstellen ein paar Tage Relaxurlaub zu verbringen - wenn … ja, wenn da nicht das schiere Elend exakt an dieser Stelle ebenfalls zu sehen wäre - Menschen verrichten genau da ihre Nordurft in den Sand, haben keinen Platz an dem sie wohnen können, außer einer alten verrosteten Mole, liegen nur mit Fetzen bekleidet im Sand, direkt neben … - den Blick nur 45 Grad gedreht ist die ganze Urlaubsphantasie dahin - zerplatzt wie eine Seifenblase …

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4. November 2011
Heute Morgen um 6 Uhr - die Sonne ging gerade auf - hieß es für mich Abschied zu nehmen von den Menschen, mit denen ich die letzten 3 Wochen eng zusammen gelebt habe: Flora, Clements Frau, die super lecker gekocht hat und die sehr aufmerksam und hilfsbereit war - Claudia, das Mädchen, das bei ihnen im Haus wohnt und die mit Nikola eine Brieffreundschaft aufbauen will - der Katechist Akpelilèlou und seine Frau mit ihren Kindern, von denen ich viel über das Alltagsleben in Togo erfahren habe - der Sakrist (Küster) Jean, der mit seiner fröhlichen herzlichen Hilfsbereitschaft ein Juwel für die Gemeinde ist - der Schneider, der mir meine afrikanischen Hemden geschneidert hat - Matthieu, der überaus sprachbegabte und hochmusikalische Leiter der Jugendband … ich werde sie und viele andere, die ich dort kennengelernt habe in guter Erinnerung behalten. Ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit ihnen verbringen durfte und für die unzähligen Eindrücke dieser Tage.
Die Fahrt nach Lomé verlief mit den bekannten (und von mir nicht mehr zu kommentierenden) Straßenverhältnissen recht problemlos - dennoch waren es 7 1/2 anstrengende Stunden in zunehmender Hitze.
Für die nächsten 3 Nächte habe ich jetzt Quartier im “Bloc Synodal”, dem Haus der Kirchenleitung der EEPT.

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3. November 2011

Mit hochrotem Kopf bin ich heute Mittag zurück in meine Gästewohnung gekommen - die (fast) senkrecht stehende Sonne hatte mich erwischt - auf dem Motorrad waren Clement und ich unterwegs - Ziel war ein Projekt in einem Dorf, ca. 25 Kilometer von Kara - da es aber weder Hinweis-noch Straßenschilder, geschweige denn ein Navi gibt hat er sich gründlich verfahren - die Sonne hat uns aber gnadenlos verfolgt - endlich angekommen, erfuhr ich dass in diesem Projekt Frauen geschult werden auf eigenen Beinen zu stehen - sie lernen zB einen holzsparenden Ofen zu bauen, um mit dieser Fertigkeit dann selbst Geld verdienen zu können, indem sie solche Öfen für andre bauen - da auch das alles im Freien stattfand, hatte die Sonne wieder gut Gelegenheit meine Haut zu verbrennen - es ist aber nicht so, dass man sich jetzt Sorgen um mich machen müsste - die Rotfärbung meiner Gesichtshaut wird bei erscheinen der morgigen Morgenröte wieder einer (bräunlichen) Normalfärbung gewichen sein. Am Freitag heißt es dann endgültig Abschied nehmen von Kara - wir fahren - MIT DEM AUTO - nach Lomé.

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3. November 2011

Waren es 50 oder 60 Kinder in einer Gruppe - ich weiß es nicht mehr genau - aber es sprengte jede Vorstellungskraft von mir - eine Erzieherin (mit dem eigenen im Juli geboren Säugling auf dem Rücken) betreute diese Anzahl von Kindern im hiesigen Kindergarten. Sie beschäftigten sich gerade mit den verschiedenen Farben - sie gab einem Kind eine Art Besenstiel in die Hand und fragte nach einer Farbe - diese hingen auf selbstbemalten Blätter als Girlande im Raum - war die Farbe richtig gefunden gab es von allen Kindern einen donnernden Apppalus mit einem abschließenden “SUPEEEEEER” - als Geschenke hatte ich ca. 25 Packungen Buntstifte mitgebracht - in meiner (naiven europäischen) Vorstellung dachte ich, dass jedes Kind eine Packung mit nach Hause nehmen könnte …. - ich habe die Buntstifte dann der Gruppenleiterin gegeben - sie kann sie gut verwenden, um die Farben weiter mit den Kindern zu üben. Dass draußen am Kindergarten an der Wand ein Warnhinweis vor AIDS (in franz. abgekürzt: SIDA) steht -ist eine der schrecklichen Realitäten in diesem Land - die schlimme Krankheit ist hier so ein großes Problem, dass auch das die Vorstellungskraft sprengt.
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2. November 2011

Ganz bis an die Grenze nach Burkina-Faso sind wir nicht gekommen es wären noch ca. 30 Kilometer gewesen - aber auch so war die Fahrt an die Spitze Togos sehr aufschlußreich. Ich konnte Pastor Nounou kennenlernen. Wir kamen gut mkiteinander ins Gespräch und konnten uns über die unterschiedliche Situation unserer Gemeinden austauschen. So befindet er sich in einem stark muslimisch geprägten Umfeld - der ökumenische Kontakt unter den christl. Gemeinden ist ihm daher sehr wichtig. Er ist für mehrere kleine Gemeinden in der Umgebung von Dapaong mit zuständig - Kirchen die auch als Schule oder zum Trocknen von Mais genutzt werden. Mit fiel auf, dass keine dieser Kirchen einen Glockenturm hatte - als ich ihn darauf ansprach meinte er nur: “Es gibt notwendigeres als das!” - Da wusste ich, dass es eine typisch deutsche Frage war. An Musikinstrumenten gab es dort verschiedene Trommeln, Rasseln und eine Art Glockenspiel - anstimmen muß der Pastor schon selbst - eine Orgel zu Unterstützung gibt es nicht - gut wenn ein Pastor dann nicht nur bibel- sondern auch notenfest ist.

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1. November 2011

„Da wirst Du bestimmt auch Elefanten und Löwen begegnen!“ – so ungefähr dachten nicht nur andere, sondern auch ich im Vorfeld meiner Reise nach Togo. Aber das Land ist, obwohl nicht sehr dicht besiedelt, doch komplett in Menschenhand - es gibt wohl offiziell einen Naturschutzpark, aber wilde Tiere gibt es da (fast) nicht. Das erste wirklich „wilde“ Tier hat unsere Begegnung gestern nicht überlebt. Wir waren mit einem ziemlich komfortablen Nissan unterwegs in den äußersten Norden Togos. Da sehe ich, dass eine grüne Schlange die Fahrbahn kreuzen will - im gleichen Moment waren es auch schon zwei … - dann hat es aber ein Affe geschafft die Schnellstraße zu queren bevor ich ihn fotografieren konnte. Das war es auch schon – wenn man von den Eidechsen, Kakerlaken, wunderschönen Schmetterlingen und gebratenen Fischen einmal absieht. Haustiere gibt es überall – auch da wo keine Häuser sind – Hühner, Ziegen und Schafe auf den Straßen der Städte und Dörfer sind völlig normal – mit kreuzenden Rindviehherden muß man auch auf der sog. Autobahn rechnen. Greifvögel sieht man häufig am Himmel kreisen – aber es sind keine Geier. Sobald ich noch etwas nennenswertes Tierisches entdecke schreibe ich es sofort in den BLOG.

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31. Oktober 2011

Der Sonntagmorgen beginnt ganz ruhig – der Gottesdienst soll ja auch erst um 9 Uhr beginnen – die Sonne steigt und es wird heiß – und dann auch noch den für deutsche Verhältnisse gedachten Talar anziehen – die Kirche proppevoll – dann ist der Strom weg und die Ventilatoren fallen aus – im Gottesdienst bekomme ich einen afrikanischen Anzug geschenkt und soll ihn auch während des Gottesdienstes anziehen – ok hier in Afrika mag es ja wohl angehen mit diesem Anzug herum zu gehen, aber in D wüsste ich kaum eine Gelegenheit – deshalb hätte ich mir auch keinen gekauft – im Gottesdienst predige ich dann - im schwarzen Talar - über die Bedeutung der Reformation und erläutere unsere Vorstellungen von Partnerschaft – als der Gottesdienst dann nach 2 ½ Stunden zu Ende ist habe ich nur noch Durst – Clement will aber, dass ich gleich wieder in die Kirche komme, zu einer Versammlung des Presvbyteriums – ich bestehe darauf erst eine Flasche Wasser trinken zu können – dann überreiche ich die Spende der Ev.ref. Kirche Blumenthal für den Aufbau der Kirche in Bohou und den Weiterbau des Pfarrhauses – direkt danach dusche ich schnell, weil ich so verschwitzt bin, dass alles an mir klebt – ich will eigentlich nur noch meine Ruhe – aber wir sind wieder zu Essen eingeladen – also rauf aufs Moto und zu der Familie – dort erlebe ich live das Stampfen von FuFu, das Kochen auf einer dreistelligen offenen Feuerstelle … - das Essen schmeckt gut und ich lerne auch noch eine Art Heilpflanze kennen, deren getrocknete Blätter fein zerrieben Speisen nicht nur zusätzlichen Geschmack sondern auch viele Vitamine geben. Es gibt Bier zu trinken – und entsprechend müde werde ich auch – aber es ist mir nur eine knappe ½ Stunde Pause vergönnt, denn dann ist der verschobene KiGoDi bei dem ich die von Blumentahler Kiga-Kindern bedruckten Taschen überreichen kann – sehr vital und fröhlich das Ganze – es sind nur viel zu wenige Taschen und Bonbons hatte ich auch nur knapp ausreichend dabei – es sind einfach enorm viele Kinder hier. Ich bringe ihnen das Lied „Heut ist ein Tag …“ bei und zeige die Fotos von der Taschenaktion in Blumenthal und der Aktion hier am letzten Sonntag – es ist toll, aber ich bin froh als es vorbei ist – ich kann einfach nicht mehr – flüchte fast in meine Wohnung und genieße die Ruhe vor der nächsten Einladung …

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